Pflegegrade

Pflegereform 2021 – das ändert sich

Die Pflegereform 2021 bringt einige Änderungen für die Pflege mit sich. Diese Leistungen erhalten Pflegebedürftige ab nächstem Jahr.
Das deutsche Pflegesystem geriet bereits in den vergangenen Jahren immer stärker unter Druck, sodass eine Pflegereform 2021 dringend notwendig ist. Die Pandemie durch Covid-19 hat die ganze Sache nochmal verschärft. Gesundheitsminister Spahn hat nun eine umfassende Pflegereform veranlasst, bei der es unter anderem darum geht, dass Pflegebedürftige mehr Geld erhalten und gleichzeitig der Eigenanteil für die Unterbringung in einem Pflegeheim sinken soll. Auch ambulante Pflegeleistungen sind im Visier der nunmehrigen Reform, ebenso wie einige andere Themenpunkte.

Die Einstufung in einer der fünf Pflegegrade erfolgt dabei im Hinblick auf die Fähigkeiten und Ressourcen, über die ein Mensch zur selbstständigen Bewältigung des Alltags verfügt. Das beurteilt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) anhand von 6 folgenden Modulen:

  1. Mobilität: Kann die Person in der Wohnung alle Orte alleine erreichen, Treppen steigen, ohne Hilfe ins Bett gehen?
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Kann die Person Gespräche führen und sich in Raum und Zeit orientieren
  3. Verhaltensweisen und psychische Problematiken: Ist die Person ängstlich, depressiv oder aggressiv
  4. Selbstversorgung: Kann die Person selbständig essen und trinken, sich waschen und die Toilette aufsuchen
  5. Selbstständiger Umgang mit krankheits-oder therapiebedingten Anforderungen: Kann die Person selbstständig Medikamente einnehmen, Arztbesuche wahrnehmen und dessen Anweisungen befolgen
  6. Sozialer Kontakt und Gestaltung des Alltags: Kann die Person sich beschäftigen und ihren Tagesablauf selbst gestalten und strukturieren?

Für jedes Modul werden Punkte vergeben und eine Gesamtpunktzahl errechnet, welche über die Einordnung in einen der Pflegegrade entscheidet.

Pflegegrade

Ablauf der Festlegung:

1. Schritt

Stellen Sie einen formalen Antrag auf Pflegeleistungen bei Ihrer Krankenkasse und geben Sie an, welche Leistungen Sie in Anspruch nehmen wollen (Sachleistung, kombinierte Sach-und Pflegegeldleistung, Pflegegeld)

Schritt 2

Voraussetzung für das Erhalten des Pflegegeldes ist, dass die Pflege im häuslichen Bereich durch eine Pflegeperson in geeigneter Weise und ausreichendem Umfang selbst sichergestellt werden kann.

Schritt 3

Der Antrag wird von der Krankenkasse an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) weitergeleitet, welcher die Begutachtung zur Gewährung von Pflegeleistungen übernimmt

Schritt 4

Ein Gutachter des MDK vereinbart einen Termin mit Ihnen zur Ermittlung des Pflegebedarfs. Der Gutachter überprüft, ob bestimmte Tätigkeiten nicht mehr selbst ausgeführt werden können und welche körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen vorliegen.

Schritt 5

Der Gutachter übermittelt seine Einschätzung zum Pflegebedarf und zum Pflegegrad der Krankenkasse. Schließlich teilt Ihnen Ihre Krankenkasse mit, ob ein Pflegegrad bewilligt wurde und ab wann die entsprechenden Pflegeleistungen gezahlt werden.

Pflegegeld

Wer hat Anspruch auf Pflegegeld?

Wenn bei Ihnen der Pflegegrad 2 oder höher festgestellt wurde, haben Sie einen Anspruch auf Pflegegeld. Sie können diese Hilfe beantragen, wenn Sie nicht von einem professionellen Pflegedienst, sondern zuhause von Freunden oder Angehörigen für mindestens sechs Monate gepflegt werden. Einmal pro Halbjahr (in den Pflegegraden 2 und 3) bzw. einmal pro Quartal (in den Graden 4 und 5) erfolgen Beratungen durch einen Pflegedienst, der die Qualität der Pflege prüft.

Die Höhe der gezahlten Leistung richtet sich nach dem Pflegegrad:

Pflegegrad 2: 332 Euro monatlich.
Die Unterstützung für Pflegesachleistungen beträgt 723 Euro.
Pfelgegrad 3: 572 Euro monatlich.
Die Unterstützung für Pflegesachleistungen beträgt 1363 Euro.
Pflegegrad 4: 764 Euro monatlich.
Die Unterstützung für Pflegesachleistungen beträgt 1693 Euro.
Pflegegrad 5: 946 Euro monatlich.
Die Unterstützung für Pflegesachleistungen beträgt 2095 Euro.

Wenn der Gang in das Krankenhaus oder der Besuch einer stationären Einrichtung doch unumgänglich ist, wird das Geld erst einmal vier Wochen lang weitergezahlt. Sollte der Aufenthalt im Krankenhaus länger als vier Wochen dauern, wird das Pflegegeld erst dann weitergezahlt, wenn die Pflege wieder zuhause fortgesetzt wird.

Die Pflegeversicherung unterstützt Sie durch Pflegegeld, welches beispielsweise zur Finanzierung einer 24-Stunden-Betreuung verwendet werden kann. Bei einer Pflege im eigenen Zuhause durch Angehörige oder eine 24-Stunden-Betreuungskraft zahlt die Pflegekasse das Pflegegeld direkt aus, das nach eigenem Ermessen für die Pflege verwendet werden kann. Sofern zusätzlich ein ambulanter Pflegedienst mit der Pflege beauftragt ist, können sogenannte Pflegesachleistungen in Anspruch genommen werden. Die Pflegekasse rechnet direkt mit der Stelle ab, die den Bedürftigen versorgt. Der Umfang der Leistungen richtet sich immer nach der Pflegebedürftigkeit, die durch die Pflegekasse ermittelt wird. Es können also Pflegegeld, Sachleistungen und kombinierte Sach-und Pflegegeldleistungen in Anspruch genommen werden.

Wie können Sie Pflegegeld beantragen?

Der Antrag sollte direkt nach Zuerkennung des Pflegegrades gestellt werden, da die Pflegekasse erst ab dem Tag der Antragstellung zahlt. Der Antrag kann zunächst ganz formlos (auch durch einen Anruf bei der Pflegeversicherung) von der pflegebedürftigen Person selbst oder einem Bevollmächtigten gestellt werden. Dann bekommt man ein Formular zugeschickt, welches man ausgefüllt zurücksendet.

Antrag auf Verhinderungspflege

Wenn die Pflegekraft ausfällt, weil sie zum Beispiel selbst erkrankt ist oder in den Urlaub fährt und die pflegebedürftige Person von einer anderen Person versorgt wird, spricht man von einer Verhinderungspflege. Das kann eine Privatperson leisten, aber auch eine professionelle Hilfskraft, die von einer Pflegevermittlung gestellt wird. Suchen Sie eine Pflegevermittlung in Düsseldorf oder allgemein eine Pflegevermittlung in NRW, ist Sabatino Homecare24 eine sehr gute Wahl. Die Verhinderungspflege ist bis zu sechs Wochen innerhalb eines Kalenderjahres beantragbar, sofern mindestens Pflegegrad 2 vorliegt und die pflegebedürftige Person mindestens sechs Monate lang von der Person gepflegt wurde, die nun ausfällt. Ist die Person, die ersatzweise aushilft, nahe verwandt, zahlt die PflegeKasse im Rahmen des üblichen Pflegegeldes. Für eine professionelle Pflege, die Ihnen die Pflegevermittlung Sabatino Homecare24 vermitteln kann, werden bis zu 1612 Euro im Jahr gezahlt. Diese Summe kann auch durch Sachkosten entstehen, deshalb empfiehlt es sich, sämtliche Rechnungen aufzubewahren. Zusätzlich kann die Hälfte der Mittel der Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege genutzt werden (bis zu 806 Euro pro Jahr). Auch der Antrag auf Verhinderungspflege muss von der pflegebedürftigen oder einer bevollmächtigten Person bei der Pflegekasse gestellt werden, nach Möglichkeit bevor die Verhinderungspflege beginnt. In Notfällen wird das Geld hier jedoch auch rückwirkend gezahlt.

Anspruch auf Kurzzeitpflege

Wenn sich eine Notsituation einstellt, weil die Pflegekraft kurzfristig ausfällt oder häusliche Pflege nach einem Krankenhausaufenthalt nicht ausreicht oder die Wohnung für die zu pflegende Person umgebaut werden muss, besteht ein Anspruch auf Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung.
In diesem Fall kann die pflegebedürftige Person einen Betrag in Höhe von 1612 Euro pro Jahr für maximal acht Wochen bekommen. Das ist auch möglich, wenn die bisherige Pflegekraft ihre Pflegeleistung weniger als sechs Monate lang erbracht hat.
Anfallende Kosten für Verpflegung und Unterkunft müssen selbst getragen werden, allerdings kann zur Finanzierung der Unterbringung ein Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich gezahlt werden.
Auch bei der Kurzzeitpflege ist mindestens der Pflegegrad 2 vorausgesetzt.

Steuervorteil

Die für die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft aufgewendeten Kosten können als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer abgezogen werden in Höhe von maximal 4000 Euro pro Jahr.
Sonstige mit der Pflege verbundene Aufwendungen wie Medikamente, Fahrtkosten oder Umbauten der Wohnung und Leistungen nichtstationärer Pflegedienste können als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Das ist schon möglich ab Pflegegrad 1.
Dieser steuerliche Vorteil kann auch von Ihren Kindern geltend gemacht werden.

Bitte beachten Sie, dass wir bei Sabatino HomeCare24, Sie steuerlich nicht beraten dürfen. Sollten Sie hier detaillierte Auskünfte benötigen, kontaktieren Sie bitte Ihren Steuerberater oder das für Sie zuständige Finanzamt.

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