Jedes Jahr erleiden knapp 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall, rund 200.000 davon sind erstmalige Schlaganfälle.

— Pflege.de

Symptome & Therapie

Symptome bei Schlaganfall

Ein Schlaganfall tritt meistens plötzlich auf – daher gibt es nur selten Vorboten, die auf einen Schlaganfall hindeuten. Erstes Anzeichen für einen Schlaganfall ist meist ein nahezu unerträglicher Kopfschmerz, gefolgt von Sprachstörungen, Schwindelgefühlen und Schluckstörungen. Alle Schlaganfall-Symptome werden durch den hohen Anstieg des Blutdrucks ausgelöst.

Daneben sind auch Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühl im Gesicht sowie Übelkeit typische Symptome eines Schlaganfalls. Nicht jeder Betroffene erlebt alle Symptome, zudem gibt es starke Unterschiede zwischen Frauen und Männern.

Therapien bei Schlaganfall

Die besten Erfolgschancen auf eine gute Rehabilitation haben Schlaganfall-Patienten, die innerhalb der ersten zwei bis drei Stunden nach dem Schlaganfall versorgt werden. Je nach Ursache des Schlaganfalls folgt eine medikamentöse Behandlung (sog. Lyse-Therapie) zur Auflösung der Durchblutungsstörung) oder eine Operation (um die Blutung im Gehirn zu stoppen und Blut abzusaugen). Meist werden Schlaganfall-Patienten auf einer separaten Station in der Klinik versorgt, sog. „Stroke Units“.

Ein Schlaganfall zieht danach in der Regel eine langfristige medikamentöse Behandlung nach sich, um die Ursachen des Schlaganfalls zu behandeln. Zudem ist nach einem Schlaganfall sehr häufig eine Reha notwendig, bei der Betroffene je nach Folge des Schlaganfalls häufig das Sprechen und Gehen wieder lernen müssen.

In welchem Alter tritt ein Schlaganfall üblicherweise auf?

In welchem Alter tritt ein Schlaganfall typischerweise auf? Und sind mehr Frauen oder Männer von einem Schlaganfall betroffen? Ein höheres Lebensalter ist zwar einer der Risikofaktoren eines Schlaganfalls, doch auch jüngere Menschen und sogar Kinder im Mutterleib können einen Schlaganfall erleiden. Die Schlaganfall-Statistik weist nach, dass ca. fünf bis zehn Prozent der Schlaganfälle Menschen unter 50 Jahren treffen. Bei jungen Menschen liegen die Ursachen für einen Schlaganfall zumeist in einer Hirnblutung, wie sie nach einem Sturz oder einer Kopfverletzung beim Sport ausgelöst werden kann. Dies veranschaulichen ein paar Beispiele:

  • Schlaganfall mit 23 Jahren: Der Fußballspieler Dietmar Hamann erlitt mit 23 Jahren einen Schlaganfall. Im Krankenhaus stellten die Mediziner Lähmungen, Sprachstörungen und Durchblutungsstörungen in der linken Körperhälfte fest. Vier Stunden später waren alle Symptome abgeklungen, typisch für eine transitorische ischämische Attacke, kurz „TIA“ (s. u.). Dietmar Hamann hatte Glück und behielt keine Langzeitfolgen des Schlaganfalls.
  • Schlaganfall mit 43 Jahren: Die amerikanische Filmschauspielerin Sharon Stone musste mit 43 Jahren nach dem Apoplex das Gehen und das Sprechen wieder neu lernen.
  • Schlaganfall mit 47 Jahren: Die deutsche Schauspielerin und Komikerin Gaby Köster erlitt vor einigen Jahren einen schweren Schlaganfall, an dessen Folgen, einer halbseitigen Lähmung, sie bis heute leidet.

Ein Schlaganfall mit 20, 30 oder 40 Jahren ist keineswegs ungewöhnlich. Die Symptome eines Schlaganfalls bei jungen Menschen sind dabei nicht anders als bei älteren Menschen. Sie haben auch nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit der Art (ischämischer oder hämorrhagischer Apoplex) und Schwere des Apoplex.

Ähnlich zu den Symptomen hängt die Therapie, Reha und Behandlung eines Schlaganfalls weniger vom Alter als vielmehr von der Schwere und der Art des Schlaganfalls ab.

Schweregrade: leichter, stiller und schwerer Schlaganfall

Wenn die Symptome eines Schlaganfalls innerhalb von 24 Stunden wieder verschwinden und nur ein kleines Gebiet im Gehirn betreffen, liegt ein leichter Schlaganfall bzw. kleiner Schlaganfall vor. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer vorübergehenden (transitorischen) ischämischen Attacke (kurz: TIA). In den meisten Fällen des TIA-Apoplex ist nur ein kurzer Klinikaufenthalt nötig, allerdings oft auch die lebenslange Einnahme von Blutverdünnern, um das Risiko eines schweren Schlaganfalls zu senken.

Ein leichter Schlaganfall wird häufig auch „kleiner Schlaganfall“, „TIA-Schlaganfall“ oder „TIA-Apoplex“ oder „kleiner Hirnschlag“ bzw. „leichter Hirnschlag“ genannt.
Wissenschaftler vermuten, dass eine leichte TIA sogar eine Art „Schutz“ gegen einen schweren Schlaganfall gewährt. Den bisherigen Forschungen zufolge könnte eine TIA das Hirngewebe dazu bringen, sich auf einen schweren Schlaganfall einzustellen.

Jeder vorübergehende TIA-Apoplex kann also Vorbote eines großen bzw. schweren Schlaganfalls sein. Achten Sie besonders auf leichte Einschränkungen wie z. B. Sehstörungen oder ein kurzes Kribbeln in Arm oder Bein. In jedem Falle sollte schnellstmöglich ein Arzt verständigt werden.

2. Stiller Schlaganfall / unbemerkter Schlaganfall

Je nachdem, wo eine transitorische ischämische Attacke (TIA) im Hirn auftritt, sind die Folgen mal bemerkbar, mal nicht. Tatsächlich können auch scheinbar vollkommen gesunde Menschen bereits einen Schlaganfall erlitten haben, obwohl sie keine Symptome gezeigt haben. Oder die Symptome waren da, verschwanden aber nach kurzer Zeit wieder. Ursache eines stillen Schlaganfalls ist ebenso eine Durchblutungsstörung im Gehirn – einzig mit dem Unterschied, dass die Durchblutungsstörung unauffällige Hirnbereiche trifft und die Zellen dieser Bereiche absterben. Sofern das betroffene Hirnareal also nicht für das Sprechen oder Gehen zuständig ist, treten auch keine typischen Symptome auf und die Schäden bleiben zunächst unbemerkt.

Ein stiller, unbemerkter Schlaganfall lässt sich danach erst per bildgebender Diagnostik, z. B. mit einem CT oder MRT, feststellen. In einer Studie wurde nachgewiesen, dass jeder fünfte Betroffene, der wegen eines akuten Schlaganfalls im Krankenhaus war, bereits zuvor einen stillen, unbemerkten Schlaganfall erlitten hatte.

Bei einem stillen oder stummen Schlaganfall finden sich im CT oder MRT deutliche Zeichen eines Infarktes oder einer Blutung, auch noch lange Zeit nach dem Schlaganfall.

3. Schwerer Schlaganfall

Bei einem schweren Schlaganfall sind größere und vor allem relevante Bereiche des Gehirns von der Durchblutungsstörung teilweise oder ganz abgeschnitten. Es kommt zum Absterben vieler Gehirnzellen, die Folgen sind gravierend und zeigen sich meist in Lähmungen und Störungen, die manchmal nicht mehr zurückgebildet werden können.

Definition

  • Allgemeine Definition

    Allgemeine Definition

    Eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn oder eine Blutung in das Gehirn. Was aber passiert bei einem Schlaganfall? In 80 Prozent aller Fälle wird ein Blutgefäß im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verschlossen. Der stete Blutstrom wird zum Rinnsal, versiegt vielleicht sogar völlig. Die Folge: Gehirngewebe wird plötzlich nur noch wenig oder gar nicht mehr durchblutet, erhält also weniger oder gar keinen Sauerstoff mehr. Die Zellen sterben ab und rund 70 Prozent der Schlaganfall-Patienten leiden an Langzeitfolgen wie z. B. Sprachstörungen oder halbseitiger Lähmung nach einem Apoplex. Die rasche Hilfe und Behandlung nach einem Schlaganfall ist deshalb so wichtig, um schnell reagieren zu können und die Durchblutungsstörung oder Blutung zu stoppen. Je mehr Zeit vergeht, d. h. je länger Gehirngewebe ohne Sauerstoff bleibt, desto gravierender können die Folgen eines Schlaganfalls sein.

  • Ischämischer Schlaganfall

    Ischämischer Schlaganfall

    Ein ischämischer Schlagafanll wird durch eine Mangeldurchblutung hervorgerufen, bei der ein Blutgerinnsel aufgrund einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung) die Blutzirkulation im Gehirn verstopft oder ganz unterbricht. Damit kann das Blut nicht mehr ungehindert in die Arterien strömen und eine oder mehrere Hirnregionen erhalten zu wenig Sauerstoff.

  • Hämorrhagischer Schlaganfall

    Hämorrhagischer Schlaganfall

    Ein hämorrhagischer Schlaganfall wird durch eine Hirnblutung ausgelöst, etwa durch ein plötzlich reißendes Aneurysma, dem Platzen eines Blutgefäßes. Die Ursache für ein Aneurysma kann eine angeborene Missbildung sein, aber auch eine Schädigung der Gefäße durch Arteriosklerose ist möglich.

    Durch das Platzen des Blutgefäßes entsteht ein Bluterguss innerhalb des Gehirns, der auf das umliegende Gewebe drückt und Hirnfunktionen stört. Das Wort „Hämorrhagie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Austreten von Blut“. Auch bei schweren Hirnverletzungen, z. B. nach einem Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma, kann als Folge ein Schlaganfall auftreten.