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Das Risiko für einen Herzinfarkt steigt mit dem Alter.

— Pflege.de

Symptome & Therapie

Symptome bei einem Herzinfarkt

Die verminderte Durchblutung des Herzens macht sich bei Betroffenen oft recht schnell bemerkbar. Typische, alarmierende Symptome für einen Herzinfarkt sind
plötzliche starke Schmerzen und ein Brennen in der Brust,
kalter Schweiß,Angst und Schwindel.
Der Infarkt kann sich aber auch in weniger spezifischen Anzeichen eines Herzinfarkts wie Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen äußern. Seien Sie daher wachsam – nicht immer sind es die klassischen Schmerzen in der Brust und im linken Arm, die auf einen Herzinfarkt hinweisen. Insbesondere Frauen verspüren oftmals eher unspezifische Warnsignale.

Sehr häufig: Stummer Herzinfarkt
Unspezifische Symptome (z. B. Atemnot, Schwindel, Abgeschlagenheit) können durchaus auf einen Herzinfarkt hindeuten. Je nach Belastungssituation schwächen die Symptome wieder ab, sodass die Betroffenen gar nicht darauf kommen, einen Herzinfarkt erlitten zu haben. Doch der stumme Herzinfarkt tritt häufig auf – fast 50 Prozent aller Herzinfarkte verlaufen stumm und hinterlassen Schäden am Herzmuskel, die das Risiko weiterer Infarkte erhöhen.

Diagnose

Wenn die Vermutung auf einen Infarkt in der Klinik oder beim Arzt aufkommt, dann ist ein Elektrokardiogramm (EKG) die erste Untersuchung zur Diagnose Herzinfarkt. Bei dieser wird die Frequenz und der Rhythmus des Herzschlags mit Hilfe einer Kurve aufgezeichnet. Daraus wird abgeleitet, ob und welche Art von Infarkt vorliegt. Bei einem Teil der Infarkte zeigen sich nämlich Auffälligkeiten in der sog. ST-Strecke. Der normalerweise flache Verlauf der Kurve zeigt dann deutliche Anhebungen (sog. STEMI = ST-segment elevation myocardical infarction; Streckenerhebungsinfarkt).
Ist auch nur ein kleiner Teil des Herzmuskelgewebes abgestorben, fehlen diese typischen ST-Erhebungen, obwohl ein Infarkt vorliegt (sog. NSTEMI = non ST-segment elevation myocardical infarction; Nicht-Streckenerhebungsinfarkt). Ein NSTEMI-Infarkt ist prognostisch günstiger, weil nur die inneren Schichten der Herzmuskulatur betroffen sind. Die zu erwartenden Folgen sind somit geringer.

Viele Risikofaktoren führen zu einem Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt ist das Ergebnis vielerlei Gründe: Unausgewogene Ernährung, ein zu hoher Cholesterinspiegel und dazu noch Stress bilden eine gefährliche Mischung an Ursachen, die das Herzinfarkt-Risiko immens erhöhen. Dieses steigt zudem durch weitere Erkrankungen wie z. B. Bluthochdruck oder Diabetes mellitus, aber auch durch ein höheres Lebensalter. In Kombination bedingen diese Einflüsse meist über Jahre gefährliche Ablagerungen aus Fett und Kalk (sog. Plaques) in den Gefäßen, welche in den Herzkranzarterien zur sog. Koronaren Herzkrankheit (KHK) führen. Bricht dann eine Plaque auf, versucht der Körper Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um diesen wieder zu schließen. Dadurch kommt es zu einer Ansammlung von Thrombozyten (Blutplättchen) in der Herzkranzarterie, die nicht nur den Riss verschließen, sondern das ohnehin verengte Gefäß verstopfen können. In Folge kommt es dann zu einem Herzinfarkt.

Therapie und Reha

Die Behandlung des Herzinfarkts beginnt i. d. R. bereits im Rettungswagen. Der Betroffene

erhält Medikamente, welche die Blutgefäße erweitern und das Gerinnsel (sog. Thrombus) auflösen.
– wird bei Luftnot durch die Gabe von Sauerstoff unterstützt.
– bekommt bei starken Schmerzen schmerzlindernde Arzneimittel.

Der Fokus der Therapie liegt auf der Auflösung des Thrombus. Hierzu wird i. d. R. eine Behandlung mit Hilfe eines Herzkatheters vorgenommen. Dies ist ein langer, flexibler Kunststoffschlauch, der je nach Infarkt von der Leiste oder der Ellenbeuge zum Herzen vorgeschoben wird. Dabei wird die Lage des Katheters durch ein Röntgengerät überprüft. Durch die Gabe von Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße kann dann sichtbar gemacht werden, welches Gefäß verschlossen ist. Ist dieses gefunden, muss es anschließend geweitet werden. Dazu wird über den Schlauch ein kleiner Ballon in die Arterie eingeführt und an der entsprechenden Stelle kurz aufgepumpt. Das Gefäß wird geweitet und das Blut kann anschließend die Engstelle wieder passieren. Um das Gefäß zu stabilisieren, ist es außerdem möglich einen sog. Stent, ein kleines metallisches Drahtgeflecht, einzusetzen.

Oft verordnet der Arzt bei der Entlassung aus dem Krankenhaus Arzneimittel, die ungewollte Folgen eines Herzinfarktes oder gar einen erneuten Herzinfarkt verhindern sollen. Hierzu gehören z. B. Medikamente, welche die Blutgerinnung herabsetzen, die Fettwerte reduzieren und/oder den Blutdruck senken. Ergänzend sollen die vorhandenen Risikofaktoren für einen Herzinfarkt durch ausgewogene Ernährung im Alter und moderaten Sport gesenkt werden. Damit sollen schwerwiegendere Folgen eines Herzinfarkts dauerhaft verhindert werden.

Nach einem Herzinfarkt oftmals eine ambulante oder stationäre Reha, bei welcher die neuen Verhaltensweisen gemeinsam eingeübt werden. Außerdem erhalten Betroffene mit Herzinfarkt in der Reha oft auch mentale Unterstützung, um das Geschehene besser zu verarbeiten.

Definition

  • Allgemeine Definition

    Allgemeine Definition

    Für seine Ausdauerleistung muss das Herz stetig mit ausreichend Sauerstoff und Energie versorgt werden. Weil sie mit dem Blut transportiert werden, braucht es für die Versorgung eine störungsfreie Blutversorgung. Diese wird gewährleitet durch zwei große Arterien, die direkt von der Hauptschlagader abzweigen und sich wie ein Kranz (lateinisch: corona) immer weiter rund ums Herz verästeln. Diese Herzkranzgefäße oder Koronararterien sind ein sensibles Transportsystem. Kalk- oder Fettablagerungen können sie verengen, kommt dann noch ein Blutgerinnsel dazu, gerät der Blutfluss ins Stocken – mit lebensgefährlichen Folgen.

    Bei einem Herzinfarkt (auch Myokardinfarkt, Myokard = Herzmuskel) werden eines oder sogar mehrere Herzkranzgefäße durch Gerinnsel verstopft. Das dahinterliegende Herzmuskelgewebe wird nicht mehr mit Blut versorgt und stirbt innerhalb kürzester Zeit (15 bis 30 Minuten) nach und nach ab. Abgestorbene Herzmuskelzellen regenerieren sich nicht mehr, sie vernarben und können die Funktion des Herzens einschränken (sog. Herzinsuffizienz) oder es sogar vollständig zum Erliegen bringen.

  • Vorderwand-Herzinfarkt

    Vorderwand-Herzinfarkt

    Bei einem Vorderwand-Herzinfarkt ist in der Regel die linke Koronararterie bzw. eines ihrer Gefäße von einer Stenose (Verengung) betroffen. Weil die linke Koronararterie so viele Gebiete des Herzens zu versorgen hat, hat ein Infarkt hier besonders massive Auswirkungen.
    Entsprechend sind auch die Symptome und Anzeichen des Herzinfarkts sehr heftig.
    Dazu gehören

    – extreme Schmerzen in der Brust
    – Atemnot
    – Blässe
    – schneller Puls
    – oftmals Panik bzw. Todesangst

  • Hinterwandinfarkt

    Hinterwandinfarkt

    Bei einem Hinterwandinfarkt ist in aller Regel die rechte Herzkranzarterie oder einer ihrer Äste von einer Verengung betroffen. Es gibt die Meinung, dass ein Hinterwandinfarkt schlimmer als ein Vorderwandinfarkt sei, obwohl die Symptome nicht so ausgeprägt sind wie beim Vorderwandinfarkt.
    Die massiven Symptome eines Vorderwandinfarkt bleiben bei einem Hinterwandinfarkt meist sogar ganz aus. Es kommt eher zu Schwindel, Atemschwierigkeiten oder Schwächeanfällen – allesamt Symptome, die wohl kaum jemand einem Herzinfarkt zuordnen würde. Daher wissen viele Betroffene gar nicht, dass sie einen Infarkt erlitten haben und das Risiko für einen weiteren Infarkt steigt.
    Doch die Vernarbungen im Herzmuskel bleiben: Das bedeutet nicht nur, dass die Herzleistung unter Umständen eingeschränkt wird, sondern auch, dass das Risiko für einen zweiten Infarkt immens steigt.