Die Folgen der Erkrankung können gravierend sein. Ein unbehandelter Diabetes ist lebensgefährlich!

— Pflege.de

Symptome und Diagnose

Symptome

Was sind die Symptome einer Zuckerkrankheit? Durstgefühl und häufiger Harndrang sind die zwei auffälligsten Anzeichen, die an eine Zuckerkrankheit denken lassen. Leider sind Diabetes-Symptome im Allgemeinen recht unspezifisch.

Wie merkt man Diabetes?
Häufig auftretende Symptome von Diabetes mellitus sind:
Ständiger Harndrang
Durstgefühl
Mattigkeit
Trockene Haut
Gewichtsverlust
Menstruations-/Potenzstörungen
Sehstörungen
Muskelkrämpfe
Harnwegsinfekte
Weil Diabetes-Anzeichen so unspezifisch sind und manchmal auch gänzlich fehlen, werden diese Symptome oft ignoriert und auf das Wetter, eine Erschöpfung nach Anstrengung oder einfach „das Alter“ geschoben. Daher wird die Diagnose Diabetes oftmals erst nach einer akuten Hypoglykämie (= Unterzuckerung) gestellt. Achten Sie daher auch auf Warnsignale einer Unterzuckerung:

Kaltschweißigkeit
Herzrasen
Schwindelgefühl
Zittern
Kopfschmerzen
Sehstörungen
Heißhunger
In diesem Fall handelt es sich um einen akuten Notfall, bei dem Sie sofort handeln sollten! Hierzu ist z. B. die sofortige Aufnahme von Zucker, z. B. in Form von Traubenzuckerplättchen, notwendig. Suchen Sie in jedem Fall einen Arzt zur Abklärung ihrer Symptome auf. Sollten Sie eine bewusstlose Person auffinden, verständigen Sie einen Notarzt, drehen Sie die Person in die stabile Seitenlage und verabreichen Sie dieser keine Nahrung oder Getränke, da Erstickungsgefahr droht!

Diabetes Test / Diagnose

Es gibt verschiedene Diagnose- und Kontrollverfahren und Diabetes-Tests. Wenn Sie Ihr Risiko für Diabetes mellitus ermitteln wollen, hilft Ihnen der Diabetes-Risiko-Test zur Früherkennung eines Typ-2-Diabetes.

Sollten bei Ihnen mehrere der obengenannten Symptome auftreten oder Sie andere Warnsignale wahrnehmen, sollten Sie dringend Ihren Hausarzt kontaktieren. Dieser wird nach einem Gespräch mit Hilfe einer Blutuntersuchung den sog. Langzeitblutzuckerwert, den HbA1c-Wert, bestimmen. Der Wert gibt darüber Auskunft, wie hoch Ihr Blutzucker in den letzten drei Monaten im Durchschnitt war. Zudem erfolgt je nach der Bestimmung des HbA1c-Werts oftmals ein oraler Glukosetoleranztest, bei dem gemessen wird, ob Ihr Körper Glukose normal abbauen kann oder eine Störung des Stoffwechsels vorliegt. Je nach Diagnose wird es dann erforderlich, dass Sie selbst mehrmals täglich Ihren Blutzuckerwert kontrollieren.

Diabetes in Deutschland

In Deutschland leben rund 6,7 Millionen Diabetiker. Jedes Jahr kommen rund 300.000 Patienten hinzu.
Experten gehen abseits dieser Diabetes-Statistik von einer Dunkelziffer von rund zwei Millionen Menschen aus, deren Symptome darauf schließen lassen, dass sie ebenfalls an einem Typ-2-Diabetes leiden. Die Diabetes-Statistik zeigt, dass rund eine Million Menschen über 80 Jahre einen Typ-2-Diabetes haben, das sind 24 % dieser Altersgruppe.

Definition

  • Allgemeine Definition

    Allgemeine Definition

    Die Gemeinsamkeit der Diabetes-Krankheit: Aus unterschiedlichen Gründen kommt es zu einer Hyperglykämie ( = zu viel Glukose im Blut). Normalerweise wird Glukose mit der Nahrung aufgenommen und aus dem Blut in die Körperzellen gepumpt. Dafür ist das Hormon Insulin notwendig. Fehlt das Hormon oder ist nur wenig Insulin vorhanden, unterbleibt der Transport von Glukose in die Körperzellen. Die Glukose bleibt im Blut und gelangt in die Nieren – die bemühen sich nach Kräften, die überschüssige Glukose mit dem Urin aus dem Körper abzutransportieren, sodass sich bei einem Test erhöhte Zuckerwerte im Urin zeigen.

    Unterschieden wird in drei Diabetes-Typen (Typ 1, Typ 2 und Typ 3) sowie den sog. Schwangerschaftsdiabetes.

  • Diabetes Typ 1

    Diabetes Typ 1

    Typ-1-Diabetes betrifft nur rund 5 Prozent der Erkrankten. Die Ursachen dieser Form sind weitestgehend unklar, jedoch zählt man eine familiäre Häufung der Erkrankung sowie Umwelteinflüsse und bestimmte Infektionen z.B. der Bauchspeicheldrüse zu den Risikofaktoren. Bei Diabetes mellitus Typ 1 besteht ein absoluter Insulinmangel. Die insulinproduzierenden Zellen, die Betazellen, werden vom eigenen Körper meist über Jahre zerstört, sodass langfristig kein Insulin mehr produziert wird. Damit kann die Glukose nicht mehr in die Zellen gelangen und verbleibt im Blut. Typ-1-Diabetes tritt vor allem bei jungen Menschen zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr auf (sog. juveniler, also jugendlicher Diabetes). Erkrankte brauchen in der Regel Insulinspritzen, um den Mangel auszugleichen.

  • Diabetes Typ 2

    Diabetes Typ 2

    Typ-2-Diabetes betrifft rund 95 % der Erkrankten. Er wird u. a. begünstigt durch Übergewicht, unausgewogene Ernährung und eine familiäre Tendenz. Bei Typ-2-Diabetes besteht ein relativer Insulinmangel, da der Zucker aus dem Blut nicht mehr in die Zellen gelangt, weil zu wenig oder gar kein Insulin vorhanden ist bzw. die Zellen nicht mehr aufs Insulin reagieren (Insulinresistenz). Stattdessen bleibt dieser im Blut und führt zu einer Hyperglykämie (erhöhter Blutzucker). Typ-2-Diabetes tritt oft erst nach dem 40. Lebensjahr auf (sog. Altersdiabetes). Sobald die Blutzuckerwerte trotz eines gesunden Lebensstils unter einem bestimmten Wert liegen, muss mit einer Insulintherapie begonnen werden.

  • Diabetes Typ 3

    Diabetes Typ 3

    Dieser Diabetes-Typ ist eine eher seltene Sonderform, denn seine Ursachen liegen in anderen Grunderkrankungen oder sind Folge von Therapien. So können Virusinfektionen, eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder fortgesetzter Alkoholmissbrauch Ursachen dieser Erkrankungsform sein.

  • Schwangerschaftsdiabetes

    Schwangerschaftsdiabetes

    Der sog. Gestationsdiabetes, der während der Schwangerschaft auftreten kann, bildet eine eigene Diabetesform. Bei diesem tritt eine vorübergehende Störung des Blutzuckerspiegels auf. Kurz gesagt bedeutet Diabetes mellitus, dass ein zu hoher Blutzuckerspiegel vorhanden ist, der auf Dauer den Körper schädigt. Zuckerkrank zu sein bedeutet, eine behandlungsbedürftige Erkrankung zu haben.